Werkstatt

Meßgeräte meiner Werkstatt

 

Grundig Millivoltmeter MV 1000

Ich habe ein ziemlich seltenes, sehr gut erhaltenes Grundig Millivoltmeter MV 1000 bekommen. Es ist der Nachfolger des MV 5-O. Es hat auch ein eingebautes Oszilloskop, eine Meßbereichs Automatik, diverse zuschaltbare Filter und ein riesiges Anzeigeinstrument der Klasse 1,5.
Soweit mir bekannt, ist so ein Gerät von keinem anderem Hersteller mehr gebaut worden. Dieser Typ wurde von 1979 bis etwa 1988 vertrieben.

Es war nicht sehr weit verbreitet, was wohl auch an dem Preis von damals DM 2.700,- (€ 1.350) lag.
Bis auf wenige große Werkstätten und Grundig selber, konnte sich kaum ein kleiner Servicebetrieb ein solches Gerät leisten.

Grundig Multimeter UV 5 A

Auch neu ist diese Grundig Multimeter UV 5 A

Es ist technisch wie ein Röhrenvoltmeter aufgebaut. Das Instrument hängt auch an einer Brückenschaltung, allerdings aus FETs aufgebaut.
Die Besonderheit: das große Instrument schlägt immer positiv aus, die kleine Anzeige oben rechts zeigt dabei die Polarität der Meßspannung an. Das ist sehr praktisch beim Messen von negativen Spannungen und bei einem Nullpunkt Abgleich.
Von dem Vorbesitzer habe ich erfahren, dieses Gerät gehörte zu einem Messplatz in der Videorecorder Produktion im Grundig Werk in Fürth Langwasser.
Baujahr 1974, Preis DM 650,-

Grundig Millivoltmeter MV 5-O

Dies ist ein Grundig Millivoltmeter MV 5-O aus dem Jahre 1974. Die Besonderheit ist das eingebaute Oszilloskop, das den Verlauf der Meßspannung grafisch anzeigt.

Es gab dieses Gerät mit und ohne Oszilloskop. Die mit sind recht selten. Dieses hatte damals einen Anschaffungspreis von DM 1.850,- (ohne Ozilloskop DM 1.232,-).

Das Gerät kam ziemlich verstaubt und defekt bei mir an. Eine neue Netzsicherung und das Nachlöten einer kalten Lötstelle in der Stromversorgung beseitigten die Probleme. Zum Glück war die Oszilloskop Röhre in Ordnung.

Ich habe dann das ganze Voltmeter noch gereinigt und neu justiert.

Jetzt habe ich ein klasse Messgerät mit einer super ablesbaren Skala. Es kann zwei Eingangsspannungen mit einem Knopfdruck umschalten und zeigt Pegel in dB an. Zusätzlich misst es Ausgangsleistungen bis 100 Watt an 4, 8 und 16 Ohm.

 

Löt und Entlöt Station ZD-8917 ESD

Ich habe mir vor kurzem eine neue Löt- und Entlötstation gekauft. Sie hat auf der linken Seite einen Lötkolben mit einer feinen Spitze, bei dem ich die Löttemperatur zwischen 160 und 480 Grad einstellen kann. Die hohe Temperatur ist besonders bei der Reparatur von neuen Geräten wichtig. Das neue bleifreie Lötzinn, das dort verwendet wird, ist RoHS Konform und braucht eine höhere Löttemperatur.
Das Entlötgerät auf der rechten Seite arbeitet mit einer Unterdruckpumpe und saugt das von der Lötspitze aufgeschmolzene Zinn sehr zuverlässig ab.
Es ist erstaunlich, welche Qualität dieses chinesische Produkt hat und das bei einem günstigen Preis. Sie ist zwar nicht mit einem Gerät von Weller zu vergleichen, das würde aber auch das 10-fache kosten.

 

Hochvolt Netzteil 0-330 Volt

Dieses Netzteil liefert eine Spannung von 0 bis 330 Volt und einen Strom bis 220 mA. Außerdem stellt es zweimal 6,3 Volt für die Röhrenheizung bereit. Ich benutze es um bei einem Defekt in der Stromversorgung eines Radios das Netzteil zu ersetzen. Ich kann dann den Rest des Gerätes überprüfen, ohne mich erst um einen defekten Trafo oder Gleichrichter kümmern zu müssen.
Das ist die Arbeitsprobe, also mein „Meisterstück“, das ich für die Prüfung zur Ausübungsberechtigung gebaut habe.

 

Oszilloskop

Das Hameg HM 407 ist ein Analog / Digital 2-Kanal Speicher Oszilloskop mit 40 MHz Bandbreite.
Auch heute kommt man in der Werkstatt ohne so ein Gerät nicht aus. Der digitale Teil kann auch einzelne Ereignisse oder sehr langsam verlaufende Ereignisse darstellen.
Oben liegt eines der ersten bezahlbaren Digitalmultimeter aus dem Jahr 1979.
Ein Sinclair DM 235. Ich habe es noch zu meiner Lehrzeit für ungefähr DM 300,- gekauft. Das war damals etwa der Lehrlingslohn von einem Monat.

 

Regel Trenntrafo und Wattmeter

Der Regel Trenntransformator ist für die Sicherheit unentbehrlich. Damit kann man an elektrischen Geräten arbeiten, ohne befürchten zu müssen, einen tödlichen elektrischen Schlag zu bekommen.

Dieser stellt eine Spannung von 0 bis 240 Volt bei 500 VA zur Verfügung. Damit kann ich Geräte langsam hochfahren und mit dem Wattmeter die dabei vom angeschlossenen Gerät aufgenommene Leistung kontrollieren. Eigenbau aus dem Jahr 1979.

Das Wattmeter mißt Leistungen in den Bereichen 0-300 Watt und 0-3000 Watt. Das Zäres Kreuzspulinstrument stammt aus den 1960er Jahren.
Ich habe es 2016 in ein stabiles Gehäuse eingebaut.

 

Meßsender / Wobbelsender

Um Rundfunkgeräte abgleichen zu können braucht man einen Meßsender.
Dieser ist von der britischen Firma Marconi. Ein TF 2008 AM/FM Signal Generator. Frequenzbereich von 10 kHz bis 510 MHz.
Mit dem Wobbelteil des TF 2008 kann man in Verbindung mit einem Oszilloskop Filterkurven darstellen und Filter abgleichen. Nötig, wenn man ZF-Filter von Radios und Fernsehern überprüfen und justieren muss.

 

Funktionsgenerator

Dieser Philips PM 5134 Funktionsgenerator erzeugt Frequenzen von 1mHz bis 20MHz. Das als Sinus, Rechteck, Dreieck Spannung und als Rechteckimpulse. Außerdem kann er Wobbeln. Er zeigt die eingestellt Frequenz und die Ausgangsspannung digital an.
Von diesem Typ habe ich noch einen zweiten, der muß aber noch instandgesetzt werden.

 

Röhrenvoltmeter

Es ist ein wenig aus der Zeit gefallen.
Aber mein Röhrenvoltmeter tut mir auch nach Jahrzehnten noch treue Dienste. Ich habe es 1981 als Gesellenstück in der praktischen Prüfung gebaut. Es ist ganz klassisch mit einer Doppeltriode ECC82 in Brückenschaltung aufgebaut und hat einen Eingangswiderstand von 10 MOhm.

Heute sind sie durch digitale Meßgeräte verdrängt worden. Aber schwankende Spannungen lassen sich analog besser ablesen.

Die mit dem Computer erstellte Beschriftung der Frontplatte ist allerdings erst 2015 hinzugekommen.

 

Analoges Multimeter

Die moderne Version des Röhrenvoltmeters. Aber als analoges Meßgerät auch schon wieder überholt.
Dies ist ein Philips PM 2505 und arbeitet nicht mehr mit einer Röhre, sondern mit FET-Transistoren. Das technische Prinzip ist aber gleich. Vorteil, es ist batteriebetrieben. Gebaut etwa 1985.

 

Frequenzzähler

Hier drei meiner Frequenzzähler. Ein Philips PM 6624, er mißt Frequenzen bis 520 MHZ.
Der untere ist ein Toellner 7623, er reicht bis 160 MHz-
Beide Frequenzzähler habe mehrere Eingänge und können Frequenz, Periodendauer und Frequenzverhältnisse messen.

Unten im Bild ein Digicount 502B der Firma HEB Rudolf Herzog Digitaltechnik. Es ist von 1973 und kostete damals ca. 2.300 DM. Er kann bis zu einer Frequenz von 500 MHz messen. Die Anzeige besteht aus Nixieröhren. Sie arbeiten nach dem Prinzip der Glimmleuchten. Heute werden diese noch als Kontrollleuchten in Lichtschaltern verwendet.

 

Signalverfolger / Signalgenerator

In der NF Technik und in NF Stufen von Radios und Fernsehern ein hilfreiches Meßgerät. Damit kann man prüfen an welcher Stelle das Audio Signal noch in Ordnung ist oder ob es dort schon nicht mehr vorhanden oder verzerrt ist.
Hier ein modernes Gerät, ein SV 7000 von ELV. Auch so etwas wird heute nicht mehr hergestellt, leider.

 

Fernseh Testbild Generator

Wenn man Fernseher reparieren will, braucht ein Gerät, mit dem man Fernsehtestbilder erzeugen kann. Die Fernsehsender haben ja heute 24 Stunden Programm. Früher, also bis 1994, wurde abends nach Sendeschluss und Vormittags ein Testbild gesendet. Hier das vom ZDF.

Der Philips PM 5418 kann alle wichtigen Bilder erzeugen. Zum Beispiel Gitternetze, Farbbalken und Kreise in den verschiedensten Kombinationen. Nicht nur im alten Bildformat 4:3, sondern auch schon im neuen 16:9 Format.

 

 

Digitales Multimeter

Ich habe nicht nur alte, sondern auch moderne Meßgeräte.

Hier ein Philips PM 2519 Digitalmultimeter. Es schaltet die Meßbereiche automatisch um. Sehr praktisch und sehr genau.

Modern ist hier aber relativ, dieses Philips ist von 1988.

 

Lötstation

Am Ende noch eines der wichtigsten Geräte in meiner Werkstatt. Ohne das geht gar nichts.

Meine Weller Magnastat Lötstation. Ich habe sie 1978 für DM 120,- gekauft. Das war mein halbes Lehrlings Monatsgehalt.
Aber Qualität zu kaufen lohnt sich. Sie funktioniert immer noch und von Weller gibt es immer noch Ersatzteile. Vor allen Dingen die Lötspitzen.

 

Alte Meßgeräte?

Sie werden sich vielleicht wundern, warum ich zum Teil doch ziemlich alte Meßgeräte verwende. Das hat drei Gründe:

1. Die Geräte habe ich einfach schon so lange.

2. Einige dieser Geräte sind noch aus Einzelkomponenten z.B. Transistoren, Dioden und einfache Integrierte Schaltungen aufgebaut. Für diese Geräte gibt es noch Service Unterlagen und man kann sie noch reparieren.
Aktuelle Digitale Oszilloskope oder Funktionsgeneratoren kann man eigentlich nicht mehr selbst reparieren, es gibt keine Schaltpläne und selbst wenn man die hat, bekommt man nirgendwo die Spezialbauteile.
Also entweder zum Herstellerservice einschicken oder wenn die Geräte älter als 5-8 Jahre sind, lieber verschrotten und neu kaufen.

3. Man bekommt diese alte Technik heute recht günstig. Meine Werkstatt ist heute besser ausgestattet wie die meines Lehrbetriebs. Damals waren solche Geräte für meinen Chef nicht bezahlbar.

Für den Zweck, für die ich sie heute brauche, reichen sie aber völlig.

Wie Ihnen vielleicht auffällt, habe ich einen Hang zu analogen Messgeräten.
Nicht, das ich etwas gegen digitale habe, aber bei einem Röhrenradio kommt es bei den dort herrschenden Spannungen nicht auf ein Zehntel Volt an. Ob die Anodenspannung einer Endstufenröhre nun 285 Volt oder 5 Volt mehr oder weniger beträgt ist nicht entscheidend.

Mir gefällt auch die Ästhetik und Haptik dieser Geräte und das sich die damaligen Entwicklungsingenieure viele Gedanken zu der Bedienung und zum Äußeren der Messgeräte gemacht haben.

Ich finde sie einfach schön und Wert bewahrt zu werden.